Abtreibung - Entscheidungshilfe
Abtreibung oder Kind? Eine harte Entscheidung für Frauen, die ungewollt schwanger geworden sind. Wie Sie die für Sie richtige Entscheidung treffen.
Weit über 100.000 Abtreibungen werden jedes Jahr allein in Deutschland vorgenommen. Die Dunkelziffer ist wohl beträchtlich höher. Einigen Frauen ist sofort klar, was sie tun sollten. Vielen fällt diese Entscheidung erheblich schwerer. Abtreibung ja oder nein?
Erst einmal beschäftigen wir uns mit der Frage, unter welchen Voraussetzungen ein Schwangerschaftsabbruch überhaupt zugelassen ist. Bei der Abtreibung unterscheidet man rechtlich 3 unterschiedliche Tatbestände.
1. Schwangerschaftsabbruch zwecks medizinischer Indikation
2. Schwangerschaftsabbruch aus kriminologischen Gründen
3. Abtreibung nach der Beratungsregelung
Ein Schwangerschaftsabbruch aufgrund medizinischer Indikation ist im Prinzip dann geboten, wenn Leib und Leben der schwangeren Frau durch die Schwangerschaft auf dem Spiel steht. Hier ist eine Abtreibung, anders als bei einem Schwangerschaftsabbruch nach der Beratungsregelung und aufgrund kriminologischer Indikation, auch zu einem fortgeschrittenen Zeitpunkt innerhalb der Schwangerschaft rechtens. Ein medizinischer Grund liegt jedoch in verhältnismäßig wenigen Fällen vor. Noch seltener findet eine Abtreibung aufgrund kriminologischer Indikation statt.
In mehr als 97 % aller Fälle wird die Abtreibung nach der Beratungsregel durchgeführt. Im Prinzip ist eine Abtreibung auf eigenen Wunsch in Deutschland im Grunde verboten. Der Schwangerschaftsabbruch wird jedoch nicht strafrechtlich verfolgt, wenn die Abtreibung nach der so genannten Beratungsregelung erfolgt. Danach muss eine intensive Beratung durch eine Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle geschehen. Die schwangere Frau bekommt im Anschluss einen Nachweis über dieses Gespräch. Frühestens drei Tage nach der Beratung darf der Schwangerschaftsabbruch erfolgen.
Abtreibung ja oder nein? Vornehmlich für Frauen, die sich unsicher sind, ob eine Abtreibung für sie persönlich richtig wäre, kann das Beratungsgespräch bei der Entscheidungsfindung helfen. Deshalb sollten Frauen, die sich in dieser Situation befinden diese Chance nutzen und die jeweiligen Bedenken offen und ehrlich aussprechen. Unglücklicherweise ist es oft der Fall, dass auch nach diesem weiterhin erhebliche Zweifel bestehen.
Weshalb ist es der Fall, dass einige Frauen sich mit der für sie richtigen Antwort auf diese Frage so schwer tun? Die Furcht vor einer Fehlentscheidung ist oftmals enorm. Entschließt man sich zu guter Letzt, das Kind zur Welt zu bringen, sind wesentliche Veränderungen die Folge. Bei der Abtreibung sind derartige Veränderungen nicht zu erwarten. Dabei sind die Folgen auch bei dem Schwangerschaftsabbruch nicht immer zu überblicken.
Einige Frauen haben nach einem Schwangerschaftsabbruch mit enormen Schuldgefühlen zu kämpfen, was dazu führen kann, dass sich psychische Erkrankungen, wie Depressionen oder eine Angststörung einstellen. In den meisten Fällen stellen sich jedoch keine gravierenden psychischen Erkrankungen ein. Eine gewisse Trauer zu empfinden, ist im Übrigen die Regel und das sollte sich die Frau auch zugestehen.
Es bringt allerdings nichts, zu wissen, dass psychische Folgen keinesfalls immer auftreten, wenn man zu denjenigen gehört, die mit der Abtreibung nicht umgehen können. Daher empfiehlt es sich, sich bereits zuvor eindringlich mit der Frage - Abtreibung ja oder nein - auseinandersetzen.
Tags: Abtreibung, Schwangerschaftsabbruch, Frauen
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