Aktienkultur in Deutschland ? ein Nachruf
So lange, wie es sich viele sicherlich wünschen, ist es noch gar nicht her, als der ?rosa Riese?, die Deutsche Telekom, an die Börse ging und ihre ?Volksaktie? anpries wie Sauerbier. Der Ausgang der Geschichte ist bekannt: Wer die dritte Tranche zu rund 66 Euro zeichnete und bis heute hält, hat etwa 80 Prozent seines Geldes verloren.
Der Verlust der Aktionäre ist nicht das einzige Übel, das mit dem Zusammenbuch des Telekom-Kurses und des gesamten ?Neuen Marktes? daherkam. Die Aktienkultur in Deutschland, die es nie wirklich gab, wurde auf lange Sicht erheblich geschädigt. Neben dem Crash nach der Jahrtausendwende haben dazu sicherlich auch andere Faktoren beigetragen: Vom Enron-Skandal in den USA bis hin zum generellen Vertrauensverlust der Deutschen gegenüber allem, was über Sparbuch, Lebensversicherung und Bausparvertrag hinausgeht.
Nur noch 5,7 Prozent der Bundesbürger besitzen Aktien (Stand: Juli 2009). Die Anleger konzentrieren sich auf sichere Anlagen ohne Kursrisiko. Statt Trading steht nun Tagesgeld ganz oben auf der Prioritätenliste. Dass sich hier nach Steuern und Inflation so gut wie gar keine Rendite erzielen lässt, scheint den risikoaversen deutschen Anlegern egal zu sein. Auf den ersten Blick erscheint der Untergang bzw. der abgeblockte Aufstieg der Aktienkultur der Republik keinen Schaden zufügen zu können. Was macht es schon ?dann wird eben weniger mit dem Ersparten verdient, dafür bleibt es sicher, ließe sich argumentieren.
Was aber wird passieren, wenn sich die Bundesbürger dauerhaft vom Börsenparkett verabschieden? Eigentlich ist es ganz einfach. Wenn die Deutschen nicht mehr bereit sind, Risiken bei der Geldanlage zu tragen, dann werden dies andere tun. Dies impliziert, dass (im Extremfall) alle deutschen Unternehmen in ausländische Hände übergehen ? Aktien schließlich sind eine riskante Geldanlage.
Auch die Finanzierung von Unternehmen wäre ohne risikobereite deutsche Anleger nur durch ausländisches Kapital möglich. Unternehmensanleihen sind eine ebenso mit Risiken behaftete Geldanlage wie Aktien.
Dies sei ausdrücklich erwähnt: Es gibt keinen Einwand gegen die Übernahme von Teilen der deutschen Wirtschaft und der deutschen Unternehmen durch Investoren aus dem Ausland. Eine globalisierte Welt erfordert derartige Verflechtungen. Sie erfordert aber auch, Risiken, die nicht wegzudiskutieren sind, zu übernehmen und über den Finanzmarkt sinnvoll zu verteilen. Diesem Verteilungsprozess kann sich eine Gesellschaft, die auch in Zukunft im Wohlstand leben will, nicht entziehen.
Tags: Unternehmen, Aktien, Geldanlage
Die 10 beliebtesten Artikel:
- Frauen verführen ohne sich zu verstellen
- Rollatoren speziell für die Wohnung
- Chat mit Webcam live
- Kostenlose Strickanleitungen für Jung und Alt
- Die Kurtisane von Escort Wien und ihr Geschäftsmann
- Ein Handy für den Notfall ? egal ob für jung oder alt
- Im privaten Umfeld einen Dieb überführen
- Hilfsmittel für Senioren - Treppenlifte
- Santander CleverCard ideal für Reise und Urlaub
- Ein Blick auf Treppenlifte