Andrew Terker ? Fünf Leben, erste Episode: Marc

Dies ist der erste von fünf Texten des Autors Andrew Terker. Jeder Text handelt von einem sehr realen menschlichen Wesen und seinem Leben. Jeder Text beschreibt zum einen, was in dem jeweiligen Leben schief gelaufen ist, zum anderen warum dies geschehen ist. Darüber hinaus werden Andrew Terkers Texte aufzeigen, wie das Leben verändert werden kann, damit es zu einer Erfahrung der Freude und nicht zu einer Erfahrung des Leidens und der Qual wird. Jedes dieser Leben ist eine Beschreibung des menschlichen Selbst, das Andrew Terker das Anti-Selbst nennt. Anti-Selbst bedeutet ein Leben ohne Zugang zu den kosmischen Dimensionen der Existenz. Jede Episode wird auch einen Aspekt des menschlichen Lebens enthüllen, der bisher als Teil des ?Mysterium des Lebens? galt.

Andrew Terker - Das erste Leben: Marc - der heimliche Plan

Marc wird bald 63 Jahre alt. Im August hat er Geburtstag. Er hält nicht viel von sich selbst. Sein Lieblingsausdruck über sich selbst ist ?meine Nichtigkeit?. Er benutzt diesen Ausdruck tagtäglich, berichtet Andrew Terker, Amit Freunden und an seinem Arbeitsplatz; er arbeitet in der Stadtverwaltung einer Kleinstadt im Norden. Diesen Ausdruck hat er von seiner Mutter übernommen. Sie hielt nie viel von ihm, aber auch nicht von Marcs Vater, der die kleine Familie verlassen hat und nach Australien ausgewandert ist, als Marc vier Jahre alt war.

Weiter heisst es in Andrew Terkers Artikel: Marc hasst sich selbst, genauso wie seine Mutter ihn gehasst hat. Ihr Mann hat einfach nichts getaugt. Es war keine Liebesbeziehung, sondern ein ?One-Night-Stand?, der in einer kurzen und zutiefst unglücklichen Ehe endete.

Marc wird das Rentenalter nie erreichen. Er wird im November 2011, im Alter von 64 Jahren, sterben, so der Autor Andrew Terker. Marc hat einen heimlichen Plan. Manche Menschen würden diesen als seinen ?Lebensplan? bezeichnen. In diesem geheimen Plan sind der Zeitpunkt von Marcs Tod sowie die Umstände, die dazu führen werden, festgelegt. Zudem enthält er alle Ereignisse seines Lebens, nicht nur diejenigen aus seiner Vergangenheit, sondern auch diejenigen, die vom heutigen Zeitpunkt an bis zu seinem Tod noch geschehen werden, betont Andrew Terker.

Marc hat schon sehr früh gelernt, bestimmte Dinge und Situationen zu verdrängen und zu vermeiden. Das bedeutet, Andrew Terker weiter, er hat gelernt, nicht dort zu sein, wo er in Wirklichkeit war. Viele Menschen tun dies sehr häufig bzw. fast immer mit ihrer Energie. Die einen nennen dieses Verhalten ?Zurückhaltung üben und sich unauffällig verhalten?, die anderen bezeichnen es als ?sich von Schwierigkeiten fernhalten?. Ein Grossteil bemerkt noch nicht einmal, dass er oder sie die meiste Zeit versucht ?abzuhauen?.

Der Versuch abzuhauen oder nur ein Minimum dessen zu sein, was man in Wirklichkeit ist, so Andrew Terker, ist eine Strategie, mit der sich ein Grossteil der Menschen auf unserem Planeten durchs tägliche Leben ?schlägt?. In Andrew Terkers Augen ist das keine ?Lebensstrategie?, sondern vielmehr eine ?Todesstrategie?. Das ist auch der Grund, warum Marc noch vor seinem Rentenalter sterben wird. Seine Strategie, mit der er sich durchs Leben schlägt, ist in Wirklichkeit ein geheimer Todesplan. Marc liebt sein Leben nicht, er hasst es.

Andrew Terker - Wer oder was kreiert solche Pläne?

Ist es Gott oder ist es Marc selbst, auf einer bestimmten Bewusstseinsebene, zu der er während seines physischen Lebens keinen bewussten Zugang hat? Wie kann es sein, dass dieses Wesen die Zukunft kennt?, fragt Andrew Terker seine Leser.

Andrew Terker fährt fort: Seit Äonen leben wir Menschen in der Illusion der Trennung von dem Wesen, das wir Gott nennen, und uns selbst. Wir glauben, dass sich dieses Wesen über uns, im Himmel, befindet und dass es unser Leben beherrscht. Solange wir bereit sind, uns von dem Teil in uns selbst zu distanzieren, der für die Entscheidungen zuständig ist, ist dieser Glaubenssatz in gewisser Weise wahr. Folglich sehen wir dann diesen Teil, der unseren Lebensplan macht bzw. die Entscheidungen dazu trifft, als fremden Gott, zu dessen ?Subjekt? oder Opfer wir werden, klärt der Bewusstseinsforscher Andrew Terker auf.

Andrew Terker weiter: Kehren wir nun zu Marc zurück. Er lebt allein und ist sehr unglücklich. Wenngleich er einige kurze und oberflächliche Beziehungen hatte, wollte keine Frau bei ihm bleiben. Er war zu bedürftig. Vor über 20 Jahren hat Marc einfach resigniert. Er entschied sich, lieber alleine zu leben, als von einer Frau hören zu müssen, was sie von ihm hält. Seine Kumpels hingegen mögen ihn. Er trifft sie abends in der Kneipe. Sie mögen ihn, weil er alles tut, was sie wollen. Auch im Amt mögen sie ihn. Unter den Bürgern ist er sehr beliebt, weil er alles tut, was sie wollen, so lange es innerhalb der Regelungen möglich ist.

Nur, so Andrew Terker: Marc mag sich selbst nicht. Seine inneren Begleiter sind Depression, Selbsthass und ständige innere Leere. Er will nicht leben, auch wenn er nie aktive Gedanken über Suizid hat. Die Gedanken übers Sterben sind eher sehr subtil. ?Unterbewusst?, würden die Psychologen sagen, und dies mit Recht: Marc will nichts wissen. Er hält sich an den Regelungen und versucht, ein guter Kumpel zu sein.

Andrew Terker - Wer oder was entscheidet, wie lange Marc leben wird?

Ist es Marc oder ?Gott?? Die Antwort hängt tatsächlich von unserer Perspektive ab, hebt Andrew Terker hervor. Wenn Sie Gott als getrenntes Wesen sehen, das alle Entscheidungen für alle Wesen trifft, werden Sie den Ausdruck Gott verwenden. Wenn Sie hingegen bereit sind zu erkennen, dass es für uns Menschen jenseits unserer täglichen Wahrnehmung noch andere Sphären des Bewusstseins gibt, werden Sie sagen, dass das Wesen, welches die Entscheidungen trifft, ein Teil von Marc selbst ist und dass Marc nicht weiss, dass es ihn gibt, teilt Andrew Terker mit.

Dieses Wesen oder der Teil von Marc - je nach Sichtweise - existieren nicht innerhalb der linearen Zeit. In anderen Worten, die Zukunft hat für dieses Wesen bereits begonnen. Andrew Terker: Diese Aussage ist für einen Menschen, der in der Trennung bzw. in Unbewusstheit lebt, ein ziemlich grosser Brocken, an dem er zu beissen hat. Lineare Zeit ist eine Illusion. Es braucht riesige Blockaden, um zu glauben, dass Zeit und Raum in gewisser Weise reell sind. Menschen leben normalerweise innerhalb der Grenzen dieser Blockaden. Das ist der Grund, warum sie so unglücklich und verloren sind und sich innerlich dermaßen leer fühlen.

Wenn Sie, Andrew Terker weiter, diesen Zustand verändern wollen, geht es darum, die Grenzen der linearen Zeit zu verlassen und Ihr Leben aus einer Perspektive zu sehen, die jenseits dieser Begrenzungen liegt. Darüber hinaus brauchen Sie auch Zugang zu Sphären des Bewusstseins, die wir Menschen seit Äonen ?Gott? nennen. Um es in anderen Worten auszudrücken, Sie verschmelzen mit ihnen.

Wenn Sie bereit sind, so Andrew Terker, sich die Zeit zu nehmen, um dies zu tun, wird das Leben nicht mehr länger ein Gefängnis sein, aus dem Sie insgeheim hoffen, durch Ihren Tod flüchten zu können. Ihr Leben wird dann zu einem Akt der bewussten Schöpfung. Bewusste Schöpfung ist die Zukunft der Menschheit. Diese Zukunft steht Ihnen schon jetzt zur Verfügung.

Tags: Terker, Andrew, Marc

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