Das Kohlgemüse

Jeder der Gewicht verlieren will hat mit Sicherheit nicht nur Diätpillen sondern auch schon einmal die Kohlsuppe ausprobiert. Das diese beim Abnehmen helfen soll ist bekannt, und wer es ausprobiert hat weiß auch dass es funktioniert. Kohlgemüse wird seit über 2000 Jahren in der westlichen Welt gegessen, und nicht viel kürzer wird er als Heilmittel angewandt. Die Römer kannten schon eine Reihe von Heilwirkungen des Kohls, und nutzten ihn zum Beispiel um mehr Alkohol vertragen zu können, beziehungsweise im Falle eines Katers schneller wieder zu entgiften.

Schließlich führte Plinius sogar den Untergang des Römischen Reiches darauf zurück, dass die dekadenten Römer den billigen Kohl verschmähten. Im Mittelalter nannte man den Kohl die Medizin der kleinen Leute. Demgegenüber haben die Kohlgemüse in den letzten beiden Jahrzehnten einen großen Aufstieg vollzogen. Denn Kohl wird mittlerweile von den Ernährungsexperten der ganzen Welt, vor allem in den USA, als das Antikrebs-Gemüse schlechthin gepriesen.

Der Vorläufer der zahlreichen, heute bekannten Kohlsorten, der wilde Meerkohl, stammt von den Küsten des westlichen Mittelmeers und Westeuropas. Durch Züchtung sind aus ihm so unterschiedliche Sorten wie Broccoli, Rosenkohl, Kohlrabi oder Rotkohl entstanden. Eng verwandt mit dem Kohlgemüse sind auch der Rettich, Meerrettich, Radieschen und Kresse. Zusammen gehören sie zur Familie der Kreuzblütler. Schon in der Volksmedizin war die schützende Wirkung von rohem Weißkohl und Kohlsaft vor Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren bekannt.

Lange Zeit wusste man aber nicht, welche Substanz für diesen positiven Einfluss verantwortlich war. Man nannte sie deshalb zunächst Anti-Ulkus-Faktor oder Vitamin U, wobei das U für Ulkus (Geschwür) stand. Mittlerweile konnten jedoch sogar drei verschiedene Stoffe dingfest gemacht werden. Einmal ist dies eine von der Aminosäure Methionin abstammende Substanz, zum zweiten sind es die Sulfide und zum dritten die Senfölglycoside, die antibakteriell wirken, also zum Beispiel auch gegen das Magenbakterium Heliobacter pylori.

Das Nationale Krebs-Institut der USA empfiehlt ausdrücklich, häufig Kohl zu verzehren, um Krebs vorzubeugen. Verantwortlich für die Schutzwirkung gegen Krebs sind vor allen Dingen die Senfölglycoside. Im Tierversuch konnten sie zum Beispiel Brust-, Lungen- und Magenkrebs hemmen. Darüber hinaus konnten spezielle Abbauprodukte der Senfölglycoside, die Indole, auch Gebärmutterhalskrebs verhindern, und machen den Kohl somit auch interessant auf dem Gebiet der Frauengesundheit. Erhältlich ist der Kohl das ganze Jahr über. Haupterntezeit ist der Herbst. Vor allem roher Kohl, zum Beispiel im Krautsalat, ist besonders reich an gesunden Inhaltsstoffen. Wenn er gekocht wird, dann möglicht so, dass er noch ?Biss? hat. Die äußeren Blätter sollten entfernt werden.

Tags: Kohl, Senfölglycoside, Kohlgemüse

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