Die Prostata

Auch wenn es Potenzmittel wie Viagra möglich machen Erektionsprobleme wie erektile Dysfunktion wirksam zu behandeln, so ist doch die Impotenz immer noch das Männerthema Nr. 1. Die Prostata wird erst dann zum Thema, wenn sie Probleme verursacht. Jeder Mann besitzt sie, aber kaum einer spürt sie, zumindest nicht in jungen Jahren. Erst wenn Männer in die reiferen Phasen ihres Lebens eintreten, macht sich die Prostata langsam bemerkbar. Dann nämlich werden die Zeiten für den Boxenstopp in der Toilette immer länger und häufiger. Ständiger Harndrang und nervende Startschwierigkeiten beim Wasserlassen gehen ebenso auf ihr Konto wie die Verwandlung des einst ?stolzen Urinbogens? in ein ?gemächlich dahintropfendes Sickerbächlein?. Die Ursache für dieses typische Männerleiden, an dem mehrere hundert tausende Männer in Deutschland leiden, ist eine Vergrößerung der Prostata.

Das Wort Prostata stammt aus dem Griechischen und bedeutet ?Vorsteher?, daher auch das Wort Vorsteherdrüse. Die Prostata ist eine Drüse von der Größe einer reifen Walnuss. Bei einem 20-jährigen Mann wiegt sie etwa 20 g und wird mit zunehmendem Alter größer und schwerer. Sie liegt vor dem Mastdarm, eine Tatsache, die bei der Tastuntersuchung der Prostata ausgenutzt wird, und unterhalb der Blase, dem Speicherorgan für Urin. Die Prostata umschließt die männliche Harnröhre, die den Urin von der Harnblase durch die Prostata und durch den Penis bis hin zur Eichel leitet. Das ganze Organ wird sowohl von Muskulatur als auch von Bindegewebe besetzt, und ist nicht nur eine baumartig verzweigte Drüse. Dies erst ermöglicht die Entleerung der Drüsenflüssigkeit.

Diese Drüsenflüssigkeit dient als Transport- und Aktivierungsmittel für die Samenfäden. Für das Sperma ist das saure Milieu innerhalb der Vagina ein feindlicher Ort. Die Prostatasekrete sind nicht nur eine Art Schutzmantel für die Spermien, sie enthalten auch jede Menge Treibstoff, den die Samenzellen für ihre Wanderung an ihr Ziel dringend benötigen. Ein bestimmter Fruchtzucker ist das Kerosin der Spermien. Er wird von der Prostata in rauen Mengen produziert und von den Spermien absorbiert und verwertet. Zusätzlich produziert die Prostata zwei wichtige Enzyme. Die saure Phosphatase und das prostataspezifische Antigen (PSA). Sie sorgen dafür, dass der Samen flüssig bleibt und die Spermien dadurch leichter schwimmen können. Beide Enzyme haben eine entscheidende Bedeutung für die Diagnose einer Prostataentzündung bzw. von Prostatakrebs. Auf ihrem weiteren Weg tritt die Samenflüssigkeit über den Samenhügel in die prostatische Harnröhre ein. Beim Samenerguss, der so genannten Ejakulation, gelangen die gespeicherten Samenfäden mit der Drüsenflüssigkeit der Prostata in die prostatische Harnröhre und werden vom Blasenhals in Richtung Penis geschleudert.

Tags: Drüsenflüssigkeit, Spermien, Prostata

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