Erkrankungen der Hoden
Ein Androgenmangel in der Kindheit führt zu einer unvollständigen sexuellen Entwicklung. Der betroffene Junge behält eine hohe Stimme und seine Muskelentwicklung ist für sein Alter nur schwach. Penis, Hoden und Hodensack sind unterentwickelt. Scham- und Achselbehaarung sind spärlich, Arme und Beine sind ungewöhnlich lang. Nach der Pubertät kann ein Androgenmangel beim Mann eine verminderte Körperkraft, ein vermindertes Sexualverlangen, Erektionsprobleme bis hin zu erektiler Dysfunktion (Impotenz), mit anschließender Behandlung mit einem Potenzmittel, bedingen. Die Hoden können schrumpelig sein, die Haut um Augen und Lippen kann viele feine Falten aufweisen, es kann zu Knochenschwund kommen. Beruht der Androgenmangel auf einer gestörten Hodenfunktion, können sich beim Mann Brüste entwickeln.
Beim Hodenhochstand ist ein oder sind beide Hoden noch in der Bauchhöhle. Normalerweise wandern die Hoden im Rahmen der Entwicklung kurz vor der Geburt durch den Leistenkanal in den Hodensack. Zum Zeitpunkt der Geburt befinden sich bei 3% der Jungen die Hoden noch nicht im Hodensack, doch bei den meisten erreichen sie innerhalb des ersten Lebensjahres von selbst ihren vorbestimmten Platz. Geschieht das jedoch nicht, muss mit Medikamenten nachgeholfen werden. Dazu werden Medikamente eingesetzt, die dem Hypothalamus- Hormon ähneln. Wenn diese Hormonkuren erfolglos geblieben sind, müssen die Hoden operativ an ihren Platz gebracht werden, um Unfruchtbarkeit oder eine schmerzhafte Verdrehung des Hodens und Samenstranges um die Längsachse zu verhindern, und auch um das Hodenkrebsrisiko zu senken. Diese Operation sollte bis zum zweiten Geburtstag durchgeführt werden, spätestens jedoch im dritten Lebensjahr.
Bei einer Hodenverdrehung haben sich Hoden und Samenstrang um die Längsachse verdreht (Hodentorsion). Sie tritt meist zwischen Pubertät und etwa dem 25. Lebensjahr auf, kann grundsätzlich aber in jedem Alter vorkommen. Eine Hodentorsion kann durch körperliche Anstrengung, aber auch ohne jeden ersichtlichen Grund auftreten. Typische Symptome sind starke Schmerzen und eine Hodenschwellung, begleitet von Übelkeit und Erbrechen. Die Diagnose stützt sich häufig allein auf die Beschreibung der Symptome und die Befunde der körperlichen Untersuchung.
Der Arzt kann auch eine spezielle Ultraschalluntersuchung durchführen, die sowohl das Gewebe als auch die Durchblutung des Hodens darstellt. Der gedrehte Samenstrang unterbricht die Blutversorgung des Hodens. Eine Hodenverdrehung ist deshalb immer ein Notfall. Um den Hoden zu retten, muss die Drehung immer innerhalb weniger Stunden behoben werden. Während der Operation wird der andere Hoden meist besser fixiert, um zu verhindern, dass sich auch auf dieser Seite noch etwas verdreht. Bei einem Samenbruch handelt es sich um einen Bruch, der sich normalerweise im Bereich des Nebenhodens bildet und der Sperma enthält (Spermatozele). Vergrößert sich der Samenbruch oder macht er Beschwerden, wird auch er operativ entfernt.
Tags: Hoden, Hodensack, Hodens
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