Essen hält Leib und Seele zusammen
Diesen Spruch hat bestimmt schon jeder einmal gehört, wahrscheinlich von seinen Eltern oder Großeltern. In Zeiten von Hungersnöten hat diese Aussage mit Sicherheit große Bedeutung. In unserer heutigen, übersättigten westlichen Welt, in der jeder Fünfte an Übergewicht leidet, hört sich dieser Ausspruch jedoch ziemlich sarkastisch an. In früheren Generationen hat man in Deutschland noch gehungert, und heutzutage versucht man mit allen Mitteln Gewicht zu verlieren und nimmt sogar Diätpillen um das Abnehmen zu beschleunigen. Es ist ein Grundbedürfnis des Menschen, dass er sich häufig, durch geschmackliche Nuancierungen und viele äußere Verfeinerungen, seine Nahrung so angenehm wie möglich gestaltet.
Das Auge isst mit, wie es oft so schön heißt. Ob es sich um ein Stück Brot aus der Hand, oder um ein 3 Gänge Menü handelt, die Verdauung zeigt keine Bevorzugung. Der Magen Darm Trakt ist in vielen Fällen aber auch Eintrittspforte für Krankheitserreger aller Art. Gemeint sind damit nicht nur Bakterien und Viren, die über verunreinigte Nahrungsmittel zu sich genommen werden. Gemeint sind Schadstoffe oder gar Gifte, die über den Magen in den Körper gelangen. Ein gesunder Erwachsener nimmt pro Jahr ungefähr eine halbe Tonne Nahrungsmittel zu sich, und die müssen alle verwertet werden, egal, ob sie dem Körper wichtige Aufbaustoffe liefern oder nur den Geschmack anregen.
Das System, in dem diese Folge von chemischen Prozessen abläuft, ist letztlich ein Schlauch von über acht Meter Länge, der sich durch Form, Lage und Funktion in verschiedene Abschnitte untergliedern lässt: Mund und Schlund, Magen und Speiseröhre sowie Dickdarm und Dünndarm. Die Nahrungsstoffe werden bei ihrer Passage durch den Verdauungsschlauch mit einer Vielzahl von chemischen Substanzen vermischt, die sie in einer langen Kette von Reaktionen bis zur Molekülgröße abbauen. Die Nahrungsmoleküle werden dann in das Transportsystem des Körpers aufgenommen. Ihr weiteres Schicksal hängt jetzt von den Langzeitbedürfnissen und den momentanen Notwendigkeiten des Körpers ab.
Manche fungieren als Energiequelle, die den Zellstoffwechsel anfeuert. Andere werden zu Bausteinen für den Neubau des Gewebes beim Wachstum oder zum Ersatz untergegangener Strukturen. In Zeiten der Fülle werden Nahrungsteilchen einfach abgespeichert, bis wieder Knappheit herrscht. Das ist eine der vielen Einrichtungen zur Sicherung des Überlebens. Nicht alles was wir zu uns nehmen ist verdaubar. Schlackenstoffe bleiben zurück, und das Verdauungssystem muss sich ihrer, in wirkungsvoller Weise, entledigen. Dies mag das weniger glanzvolle Ende der Geschichte sein, es ist aber nicht minder bedeutsam für die Funktion des Systems und damit für die Gesundheit unseres Körpers.
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