Fragiler Freudenstab
Die Steuerung des Erektionsvorganges und das komplexe Zusammenspiel von Hormonen, Nerven, Gefäßen und seelischen Faktoren sind eng miteinander verknüpft. Während des Erektionsvorganges kommt es zu einer Weitstellung von zuführenden Blutgefäßen in die Schwellkörper des Penis mit gleichzeitiger Drosselung des Abflusses über die Venen. Diese Vorgänge lassen sich bei genauerem Hinsehen in sechs aufeinander folgende Stadien einteilen.
? Schlaffe Phase: Die glatten Muskelzellen der arteriellen, zuführenden Blutgefäße in den Schwellkörpern sind eng gestellt, es fließt nur wenig Blut in und durch den Penis und der Druck in den Verschlussvenen ist gering.
? Füllungsphase: Die kleinen zuführenden Arterien werden weit gestellt, wodurch sich der Zustrom von Blut auf das Fünf- bis Zehnfache erhöht, die Verschlussvenen beginnen infolge des zunehmenden Drucks im Penisgewebe enger zu werden, es fließt weniger Blut ab.
? Schwellungsphase: Während das Blutvolumen im Penis weiter zunimmt, werden die Venen zusehends verschlossen, Blut kann auf Grund des hohen Drucks im Penisgewebe nur mehr in der Kontraktionsphase des Herzens in geringem Maße zufließen, aber auf Grund der nun verschlossenen Venen nicht mehr abfließen, der Penis wird immer mehr ?aufgepumpt?.
? Phase der vollen Erektion: Die Gefäße innerhalb der Schwellkörper sind prall mit Blut gefüllt und es kann nichts mehr abfließen, der Penis hat nun seine volle Größe erreicht, der Blutdruck im Penisgewebe ist nun maximal.
? Versteifungsphase: Die Muskeln am Beckenboden und Damm beginnen sich zusätzlich zu kontrahieren und führen dazu, dass der Blutdruck innerhalb der Schwellkörper kurzfristig auf ein Vielfaches ansteigt, der Penis wird hart und für den Geschlechtsverkehr und die Ejakulation vorbereitet. In dieser Phase ist der Blutfluss durch das Penisgewebe zum Stillstand gekommen.
? Erschlaffungsphase: Nach der Ejakulation oder dem Wegfall erotischer Stimulation setzt das unwillkürliche Nervensystem den Botenstoff Norepinephrin frei, der über seine Andockstellen an den arteriellen Muskelzellen einerseits die zuführenden Blutgefäße verengt, damit die weitere Blutzufuhr in den Penis stoppt, andererseits wirkt Norepinephrin auf die Muskelzellen der Gefäße in den Schwellkörpern erschlaffend, der Druck auf die Verschlussvenen sinkt und Blut fließt wieder aus dem Penis ab.
Noch bis vor einigen Jahren war die Lehrmeinung verbreitet, dass Erektionsprobleme und erektile Dysfunktion zum Großteil psychologische Ursachen hätten und mit einem Potenzmittel behandelt werden müssen; Studien in den 70er Jahren gingen noch davon aus, dass zumindest in 90% der Fälle eine psychische Grundlage für Impotenz gegeben sein musste. Doch mit diesen Ansichten hat die moderne Forschung aufgeräumt. Man weiß heute, dass in zumindest 50-70% aller Fälle von Erektionsstörungen eine organische Beeinträchtigung des Mannes bestes Stück nicht hochkommen lässt.
Tags: Penis, Blut, Penisgewebe
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