Große Verlockung
Viele empfinden es als große Verlockung, sich eine Immobilie zuzulegen und diese dann zu vermieten. Es scheint fast, als meinten sie, so könne man sein Geld quasi im Schlaf verdienen. Ganz so einfach ist es natürlich nicht. Viele Laien, die zum ersten Mal an eine Investition auf dem Immobilienmarkt denken, unterschätzen, was da auf sie zukommt. Der Verwaltungs- und Instandhaltungsaufwand kann sehr groß sein, wenn einmal nicht alles reibungslos abläuft. Es kann ebenfalls zu unvorhergesehenen Leerständen kommen und wenn der Investor fest mit den Einnahmen gerechnet hat, kann es ihn selbst in Schwierigkeiten bringen. Das wird dann zu einer reinen Nervensache. Für derartige Fälle muss der Eigentümer rechtzeitig Vorsorge treffen.
Gerade in Zeiten, in denen die Zinsen niedrig sind, möchte man investieren, um die Gunst der Stunde zu nutzen. Fremdkapital ist billig und man kann einiges wagen. Objekte, die später vermietet werden sollen, sind sehr genau auszuwählen. Es ist auf den Charakter des zukünftigen Mietobjekts zu achten. Hierbei ist der Standort nicht unerheblich. Ist es eine Wohnung oder ein Gebäude, das dauerhaft bewohnt werden kann oder soll es gar ein Objekt sein, das sich als Ferienwohnung in reizvoller Lage befindet? Dies ist eine interessante Variante, kann man doch die Ferienwohnung oder das Ferienhaus sowohl vermieten als auch in den eigenen Ferien privat nutzen. Eine Ferienwohnung birgt aber auch Risiken in sich, die vom Eigentümer nicht beeinflussbar sind. Wie gut sie später belegt sein wird, ist nicht nur von der guten Lage oder der guten Ausstattung abhängig. Feriengebiete unterliegen gewissen Moden und sind eine Saison beliebt, in der anderen eventuell nicht mehr. Die Belegung wird auch immer von weiteren Faktoren wie zum Beispiel dem Wetter abhängig sein. Als Saisongeschäft sind zu erwartende Einnahmen schwer in voraus kalkulierbar. Wer auf die verlässliche Regelmäßigkeit der Einnahmen angewiesen ist, wird es schwer haben.
In manchen städtischen Gebieten ist in der nächsten Zeit mit einem Anwachsen der Bevölkerungszahlen zu rechnen. Hier wird dann der Wohnraum knapp und die Mieten werden voraussichtlich steigen. Dieser Zusammenhang erschließt sich selbst Laien. Jedoch sollte sich kein Privatinvestor dazu hinreißen lassen, sich auf solche Spekulationen einzulassen. Hier sind die Profis am Markt viel stärker und gewiefter als vermeintlich noch so gut informierte Laien. Es macht wenig Sinn sich mit einem vermutlich eher kleinen Privatvermögen auf ein solches Geschäft einzulassen und dafür womöglich noch einen Kredit aufnehmen zu müssen. Ein Profi denkt da in ganz anderen Dimensionen.
Privatinvestoren, die ja nicht im eigentlichen Sinne Geschäftsleute sind, müssen sich immer fragen, ob der Aufwand, den ein einzelnes Objekt mit sich bringt, sich für sie überhaupt lohnt. Wahrscheinlich steht der Arbeitsaufwand in keinem Verhältnis zu dem zu erwartenden Ertrag. Und es ist keineswegs im Schlaf verdientes Geld. Ist die Investition, also der Kauf der Immobilie so berechnet, dass die zu erwartenden Einnahmen in voller Höhe für die Tilgung der Kreditrate des Fremdkapitals zur Verfügung stehen müssen, kann es schnell zu Engpässen kommen, denn mit Ausfällen ist immer wieder zu rechnen. Ist also die gesamte Planung so eng gesteckt, ist die Finanzierung zu wackelig und im Grunde davon abzuraten.
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