Hinter vorgehaltener Hand
Eine "balkanische Tradition": möglichst viel Fluchen. In jedem Satz, jeder Situation. Im Bus, in der Straßenbahn, vor seinen Schülern, vor den Kindern...
Zugegeben, zum Glück bedienen sich nicht alle, die Kroatisch oder Serbisch sprechen können, dieser in der serbokratischen Sprache (oder serbischen und/oder kroatischen Sprache - wie auch immer) durchaus kreativen Artikulationsform, aber trotzdem erscheint der Gebrauch verbreiteter und öffentlicher als in anderen slawischen Sprachen. In Russland oder Bulgarien etwa ist der Gebrauch doch eher hinter vorgehaltener Hand zu erspähen.
Eine Übersetzung aus dem Kroatischen ins Deutsche offenbart die Vielfalt, aber auch die Absurdität dieser flegelhaften Ausdrucksform. Wohin man dann alles gehen soll, was alles mit unseren Hunden passiert und wem was an manchen Stellen besonders weh tut, schreit nach einem Schmunzler, aber gleichzeitig auch nach einem ebenso roten Kopf. ? Deshalb wird auf die Übersetzung kroatischer Flüche an dieser Stelle auch bewusst verzichtet.
Peinlich wird es jedoch nur wenn sich Flüche auf eine konkrete Person - sagen wir eine Person, die in Deutschland lebt und zudem mit leuchtenden blonden Haaren strahlt - von zwei Mittvierzigern mit diversen Attributen und Flüchen belegt wird, weil diese (halb)alten Herren denken, in einer mitteldeutschen Großstadt auf niemanden zu treffen, der so "deutsch aussieht" und sie vielleicht doch verstehen könnte. Also meine Herren: Contenance, und lassen Sie doch bitte meine Mutter beim Kommentar über meine Rocklänge heraus!
Tags: Sprache, Gebrauch, Flüche
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