Hintergründe zum Yoga
Yoga ist keinesfalls ein aktueller Trendsport oder ein Fitnessprogramm, welches man nebenher mal einfach so absolvieren kann. Hinter Yoga steckt wesentlich mehr: Yoga blickt auf eine Entwicklungsgeschichte zurück, die sich über Jahrtausende erstreckt. Yoga ist Lebensphilosophie - wenn nicht sogar eine komplette Lebensweise. Einige überzeugte Yoga-Anhänger gehen sogar noch einen Schritt weiter und definieren Yoga als Kunst, richtig zu leben. Das Yoga heute vielfach in die Sport- oder Fitnesssparte ?gesteckt? wird, hängt damit zusammen, dass Yoga in jüngster Zeit häufig mit Körperübungen assoziiert wird. Früher waren es vor allem die Meditationsübungen, die beim Yoga fokussiert wurden.
Yoga ist nicht gleich Yoga und im Laufe der bereits erwähnten Entwicklungsgeschichte des Yoga sind vier Yogazweige entstanden, die sich sehr stark von einander unterscheiden: Karma-Yoga, Jnana-Yoga, Bhakati-Yoga und Raja-Yoga. Das Karma-Yoga wird als Weg des selbstlosen Dienens beschrieben - dafür ist Mutter Theresa ein gutes Beispiel. Das Jnana-Yoga bezieht sich mehr auf den Verstand und zielt vornehmlich auf die seelische Entwicklung ab. Bhakati-Yoga wird mit dem andächtigen Pfad gleichgesetzt. Basis für das Raja-Yoga bildet ein praktisch ausgerichtetes System der Konzentration und Bewusstseinskontrolle. Im Raja-Yoga stehen Meditation und Asanas (Körperhaltungen, Yoga-Übungen) im Fokus.
Yoga Revolutionär: Tirumala Krishnamacharaya
In der modernen Zeit wird Yoga immer wieder mit einer Person bzw. einem Mann in Verbindung gebracht: Tirumala Krishnamacharaya. Tirumala Krishnamacharaya gilt als Revolutionär des Yogas, der notwendige Änderungen für das Fortbestehen des Yoga im 20. Jahrhundert umgesetzt hat. Er wurde 1888 in Mysore (Südindien) geboren. Im Alter von 12 Jahren begann Krishnamacharaya mit dem Lesen der vedischen Yoga-Texte. Später studierte er Sanskrit, Logik und Grammatik an der Universität. Im Jahr 1924 gründete er schließlich in Mysore eine eigene Yoga-Schule.
Der Unterrichtsansatz von Krishnamacharaya zeichnete sich dadurch aus, dass das Individuum dabei berücksichtigt wurde und eine Anpassung an die persönlichen Bedürfnisse der Yoga-Schüler erfolgte. Für Tirumala Krishnamacharaya war Yoga mehr als eine reine körperliche Übung. Er sah im Yoga eine Möglichkeit, sich Gott zu nähern.
Tirumala Krishnamacharaya war auch der erste Yoga-Lehrer, der eine Frau unterrichtete. Seine Schülerin Indra Devi entwickelte sich später zu einer der bekanntesten Yoga-Lehrerinnen in der westlichen Welt und unterrichtete unter anderem Hollywood-Größen wie Greta Garbo.
Tags: Yoga, Krishnamacharaya, Tirumala
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