Karies und wie er entsteht

Karies ist die Zahnkrankheit schlechthin. Entgegen der weit verbreiteten Halbwahrheit, dass Karies allein durch zu viel Zucker und mangelnde Zahnhygiene entsteht muss man feststellen, dass es sich vielmehr um eine Infektionskrankheit handelt.
Karies wird durch die Bakterien vom Typ Streptokokkus mutans hervorgerufen, die sich auf der Zahnoberfläche vermehren und dort den vielthematisierten Plaque bilden. Dort kommt erst der Zuckerkonsum ins Spiel. Die Kohlenhydrate können von den Erregern genutzt werden, wobei sie den Zucker in kleinere Bestandteile aufspalten, nämlich vor allem zu Milchsäure.
Wenn diese Säure lange und häufig auf den Zahn einwirkt, beginnt dieser sich regelrecht aufzulösen, weil die Mineralien, die die Härte des Materials ausmachen, aus dem Zahn herausgelöst werden.

Dadurch wird die Verbreitung der Bakterien weiter beschleunigt, denn sie können sich auf den entstandenen Rillen und durchfurchten Oberflächen noch besser verteilen. Das geschieht jedoch vor allem durch mangelnde Hygiene. Im Klartext: Wer seine Zähne nicht ausreichend putzt, läuft schnell Gefahr, seine Zahngesundheit an den Karies zu verlieren. Menschen mit fehlstehenden Zähnen, Zahnlücken oder bereits bestehenden Zahnfehlbildungen sind aufgrund von Speisereste in Zahnzwischenräumen oder schwer erreichbaren Partien der Mundhöhle, die den Karies weiter mit Nährstoffen versorgen, besonders betroffen.
Die Nahrung nimmt auch indirekten Einfluss: Wer sich ungesund ernährt, hat häufig einen verminderten Speichelfluss oder zu wenige Abwehrkräfte im normalerweise schwach desinfizierend wirkenden Speichel.

Um Nahrungsreste und auch Plaqueablagerungen besonders effizient zu entfernen, reicht die klassische Zahnbürste häufig nicht aus. Der Griff zur Zahnseide oder aber zur praktischen Munddusche sei jedem geraten.
Damit werden vor allem in den Zahnzwischenräumen bis zu 80% mehr schädliche Ablagerungen entfernt.

Schmerzen fühlen Betroffene in der Regel jedoch erst spät. Beginnt es doch recht schnell mit weißen Flecken auf den Zähnen, kleineren fleckigen Verfärbungen, Löchern im Zahnschmelz oder gar dem Abbrechen von Zahnstücken, so kommt es erst spät zu Schmerzen, die dann jedoch äußerst stark ausfallen. In fortgeschritteneren Stadien bleibt nur noch eine Wurzelbehandlung, bei der der Zahnnerv entfernt wird.
Auch wenn man allgemein ein recht eindeutiges Bild von kariösen Zähnen hat, ist die Diagnose nicht so einfach und kann nicht auf den ersten Blick gestellt werden. Eine zahnärztliche Befragung, eventuell gefolgt von einem Röntgenbild, lassen endgültige Klarheit zu. Daher ist es wichtig, regelmäßig einen Zahnarzt aufzusuchen, am besten halbjährlich.

Tags: Karies, Zähnen, Zahnzwischenräumen

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