Männer über 50
Prostataprobleme sind das typische Männerleiden bei Männern über 50. Viele Männer leiden darunter, doch kaum einer spricht darüber. Von den Fünfzigjährigen sind rund die Hälfte davon betroffen, von den Sechzig- bis Achtzigjährigen etwa 75 Prozent und von den über Achtzigjährigen sogar 90 Prozent. Trotzdem werden Prostataprobleme häufig zu wenig ernst genommen. Manche Männer scheuen sich deshalb einen Arzt aufzusuchen, und greifen zur Selbstmedikation. Genauso wie man Potenzmittel kaufen kann, sind auch zahlreiche rezeptfreie Mittel zur Behandlung von Prostataproblemen erhältlich. Diese Medikamente sind meist unbedenklich. Erste Symptome einer gutartigen Prostatavergrößerung lassen sich meist schon mit natürlichen Pflanzenextrakten behandeln.
Diese Mittel lindern die Symptome durch unterschiedliche Wirkung im Bereich der Prostata. Bei Prostatabeschwerden oder Schwierigkeiten beim Urinieren sollte man aber unbedingt auch einen Arzt aufsuchen. Eine Nichtbehandlung kann Erektionsprobleme mit sich führen und im schlimmsten Fall eine erektile Dysfunktion (auch bekannt unter der Bezeichnung Impotenz) auslösen. Bei der ärztlichen Untersuchung tastet der Arzt dann zunächst die Prostata auf harmlose und schmerzfreie Weise vom Enddarm aus ab. Wird eine Vergrößerung festgestellt, folgen Urin- und Blutuntersuchungen. Drängen sich eingehende Abklärungen durch den urologischen Facharzt auf, so wird dieser meist noch den Harnstrahl messen und mit Ultraschall den nach Blasenentleerung verbleibenden Restharn bestimmen. Alle diese Untersuchungen sind weder mit Schmerzen, noch mit großen Peinlichkeiten verbunden. Sobald andauernde Prostatabeschwerden auftreten, spätestens jedoch ab etwa 50, sollte die rektale Prostata Untersuchung jährlich durchgeführt werden. Man darf nicht erst warten, bis die Symptome die Lebensgewohnheiten einschränken. Werden die Auswirkungen einer vergrößerten Prostata nicht ärztlich kontrolliert und gegebenenfalls behandelt, kann das auch zu Harnweginfekten, zu Blasensteinen oder gar zu bleibenden Nierenschäden führen.
Die regelmäßige Prostata Untersuchung ist auch wichtig zur Früherkennung eines allfälligen Prostatakrebses. Bei dieser Krebsart, die im Anfangsstadium keine Beschwerden verursacht, bestehen sehr gute Heilungschancen, wenn sie rechtzeitig erkannt wird. Allein schon dies ist Grund genug, spätestens ab dem fünfzigsten Altersjahr jährlich eine Vorsorgeuntersuchung der Prostata durchzuführen. Bei Infektionsverdacht lässt sich durch stärkeren Druck auf die Prostata Prostatasekret ausdrücken, um dieses als Zellkultur ansetzen und auf infektiöse Keime untersuchen zu können. Ist tatsächlich eine Infektion vorhanden, kann dann das Antibiotikum gewählt werden, das die identifizierten Keime am wirkungsvollsten bekämpft. Akute wie chronische bakterielle Prostatitis müssen immer über einen längeren Zeitraum hinweg mit einem Antibiotikum behandelt werden. Solange die Behandlung andauert, sollte kein Geschlechtsverkehr ohne Kondomschutz erfolgen, da mindestens theoretisch die Möglichkeit besteht, dass Erreger übertragen werden, die bei der Partnerin eine Vaginalinfektion oder Blasenentzündung hervorrufen können.
Tags: Prostata, Untersuchung, Arzt
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