Mit sanftem Druck

Shiatsu ist die japanische Variante der beliebten und bekannten chinesischen Akupressur und der Tainu Heilmassage. Es basiert ebenfalls auf der Lehre der Meridiane, der Vorstellung von Energiebahnen, die den Körper wie ein Kanalnetz durchziehen, und über sensible Punkte an der Körperoberfläche erreichbar sind. Diese Punkte heißen japanisch Tsubos. Blockaden des Energieflusses, also zuviel Energie, ist das so genanntes Jitsu ? ein harter, sehr verspannter und auch schmerzender Bereich, oder zu wenig Energie, das so genanntes Kyo ? ein weicher, hohler und nachgiebiger Bereich, sind die Störungen, die überall im Körper zu Beschwerden führen können. Shiatsu bedeutet wörtlich übersetzt Fingerdruck, und ist eine Massageform, die mit sanftem, zunehmendem Druck auf den Tsubos arbeitet, nicht nur mit den Fingern, sondern auch mit den Handflächen, den Ellbogen oder Füßen. Behandelt werden nicht isolierte Bereiche, sondern der ganze Körper. Entlang den Meridianen wird das Gewebe gedehnt.

Besonders wirkungsvoll ist Shiatsu, wenn die Kyo Bereiche, also die Schwachpunkte, ?tonisiert? werden. Das heißt, dass neue Energie zugeführt wird, die Muskelspannung wiederhergestellt und auf ein Wohlfühlniveau gebracht wird. Damit können gleichzeitig Jitsu Bereiche entspannt werden. Shiatsu hat also zugleich einen belebenden und auch einen entspannenden Effekt. Es eignet sich vor allem für Menschen, die ständig irgendwo ein Zipperlein haben, und die leicht aus dem Tritt geraten. In der heutigen Zeit sind es in erster Linie Frauen, die sich überfordert fühlen. Oft suggeriert die Umwelt, dass man nicht gut genug ist, und viele Frauen setzen sich auch ständig unter Druck um Gewicht zu verlieren und dem Schönheitsideal zu entsprechen. Auch Schmerzzustände, zum Beispiel Menstruationsstörungen, Kopfschmerzen aufgrund von Nachenverspannungen oder Rückenschmerzen, sprechen sehr gut auf Shiatsu an.

Das macht es zu einer beliebten Therapieform in der Frauengesundheit. Shiatsu aktiviert nicht nur den Kreislauf, sondern unterstützt auch den Lymphfluss und normalisiert den Puls. Wie Akupressur hat Shiatsu nur dann einen Sinn, wenn der Körper als System verstanden wird, und wenn der Therapeut in der Lage ist, aufgrund dieser Kenntnisse eine Diagnose zu stellen, und entsprechend zu behandeln. Und wie bei allen Massagetechniken spielt es eine große Rolle, wie der Therapeut sich selbst fühlt. Die asiatischen Lehren besagen, dass die Behandelnden zuerst ihr eigens Qi, also ihre eigene, ganz persönliche Lebensenergie entwickeln müssen, um erfolgreich therapieren zu können. Während der Massage ist es für den Therapeuten wichtig, in Kontakt tu seinem Hara, seiner eigenen Leibmitte, zu bleiben. Denn von dort und über die Schultern soll die Kraft in seine massierenden Hände fließen.

Tags: Shiatsu, Körper, Bereiche

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