Pinotage - ein Star wird entdeckt


Der Anbau der roten Rebsorte Pinotage ist eng mit dem Weinbau und seiner Geschichte in Süafrika verbunden. Hier am Kap, einem der wenigen Weinbaugebiete auf dem Schwarzen Kontinent, gedeihen die Trauben der schweren süßen Sorte bis zur optimalen Lesereife. Warm bis heiß lieben es die prallen tiefroten Früchte und wollen früh vom Weinstock: Pinotage gehört zu den Rebsorten, die besonders zeitig im Jahr geerntet werden.

Zu verdanken hat die Weinwelt den Pinotage einem südafrikanischen Professor und Winzer: Abraham Izak Perold. Der Chemiker aus Kapstadt, der im deutschen Halle studiert hatte, brachte von zahlreichen Frankreichreisen Kenntnisse der Weinkultivierung und zahlreiche französische Rebsorten mit an das Kap. Darunter waren auch die Sorten Shiraz, Cinsault und Pinot Noir. Im Auftrag der südafrikanischen Regierung sollte der Chemieprofessor, der an der noch jungen Universität in Stellenbosch am Westkap als erster Oenologe wirkte, die heimische Weinwirtschaft nach vorne bringen. Der Professor, ein Winzer aus Leidenschaft, experimentierte mit Neuzüchtungen. 1929 gelang ihm dank einer Kreuzung aus den alten französischen Rebsorten Cinsault und Pinot Noir ein Volltreffer: Pinotage. Die zweite Silbe des neuen Namens leitete Perold von Hermitage ab, der in Südafrika gebräuchlichen Bezeichnung für Cinsault. Das alles geschah im Jahr 1925 und bescherte dem noch jungen Weinbau in Südafrika einen gehörigen Schub. Stellenbosch ist heute das Zentrum des südafrikanischen Weinbaus und Pinotage neben Shiraz und Cabernet Sauvignon die bedeutendste Rebsorte des Landes.

Das Besondere am Pinotage ist, dass er die positiven Charaktereigenschaften der genetischen Elterntrauben in sich vereinigt, während die Nachteile weggezüchtet wurden: So ist Pinot Noir, im deutschen Sprachraum auch als Spätburgunder bekannt, zwar eine der ältesten, ertragreichsten und geschmacklich edelsten roten Traubensorten aus Frankreich, jedoch empfindlich gegen Hitze. Cinsault hingegen, eine ebenfalls sehr alte Sorte aus dem südfranzösischen Languedoc, liebt zwar extrem hohe Temperaturen, ist sortenrein jedoch wenig ertragreich und zu eigenwillig-erdig für den breiten Geschmack. Ihr gemeinsamer Abkömmling Pinotage vereint Robustheit und angenehmen Geschmack, abgerundet mit einem charakterischsten Schuss Fruchtigkeit. Die Cinsault-Traube ist übrigens nicht identisch mit der ebenfalls aus Frankreich stammenden Rebsorte Shiraz oder Syrac de l´Ermitage, mit der sie gelegentlich verwechselt wird.

Mittlerweile hat Pinotage über die Grenzen Südafrikas hinaus den internationalen Weinmarkt erobert. Vor allem experimentierfreudige Weinkenner, die Zunge und Gaumen gerne einmal mit neuen Geschmackserlebnissen verwöhnen wollen, begeistern sich zunehmend für das gehaltvolle Gewächs aus Südafrika. Brombeergeschmack mit leicht rauchig-erdiger Note trifft sich mit einem Hauch von Banane und Tropenfrucht. Es sind auch harmonische Cuvées mit Cabernet Sauvignon im Handel.


Tags: Pinotage, Cinsault, Pinot

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