Radfahren in der Stadt ? überwiegen die gesundheitlichen Vorteile oder die Unfallrisiken?


Ist das Radfahren in der Stadt gefährlicher als Autofahren?

Bisher waren es nur Vermutungen: Radfahrer in der Stadt leben gefährlicher als Autofahrer, das Unfallrisiko sei höher, der gesundheitliche Vorteil bedingt durch die Abgase eher gering. Konkrete Analysen lagen bisher nicht vor.

Nun liegen die Ergebnisse einer großen Untersuchung aus Barcelona vor: Radfahrer haben einer Studie zufolge, die im Britischen Ärzteblatt veröffentlicht wurde, ein geringeres Sterberisiko als Autofahrer.
Ausgewertet wurden in dieser Untersuchung die Daten eines Radfahrer-Projektes in Barcelona. Ähnlich wie in Hamburg wurde in Barcelona ein Fahrradverleihsystem entwickelt, um den Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehrsaufkommen zu erhöhen. Seit dem Start im März 2007 hatten sich 182.062 Einwohner eingeschrieben. Das waren 11 Prozent der Bevölkerung. Etwa 1,7 Prozent waren regelmäßige Nutzer des Fahrrad-Angebotes. Gut 68 Prozent der Radnutzung waren Wege von und zur Arbeit. Werktags legten sie durchschnittlich 3,29 Kilometer und am Wochenende 4,15 Kilometer mit dem Rad zurück.

Die wichtigsten Ergebnisse: Unter den Radfahrern in dieser Studie kam es jährlich zu 0,03 Todesfällen durch Radunfälle. Etwas gefährlicher waren die Folgen der Luftverschmutzung, die unter den Radfahrer für 0,13 Todesfälle pro Jahr verantwortlich waren. Auf der
Gegenseite wurden durch die körperliche Aktivität 12,46 Todesfälle pro Jahr vermieden. Das Verhältnis von Nutzen zum Risiko betrug demnach 77 zu 1. Auch der Beitrag den Radfahrer zum Klimaschutz leisteten, war erwähnenswert: Nach den Berechnungen von Rojas-Rueda reduziert das Radfahrer-Projekt in Barcelona die CO-Emissionen um mehr als 9 Millionen kg pro Jahr.
Anzumerken bleibt, dass die klimatischen Bedingungen in Barcelona über viele Monate im Jahr für Radfahrer deutlich besser sind als z.B. in Hamburg. Die Bereitschaft auf das Fahrrad umzusteigen, ist daher in Deutschland wahrscheinlich weniger stark ausgeprägt.

Zusammenfassend: Das Umsteigen vom Auto auf das Fahrrad in der Stadt lohnt sich auch unter gesundheitlichen Aspekten: Im Vergleich zum Autofahren in der Stadt ist das Radfahren risikoärmer und mit deutlich mehr gesundheitlichen Vorteilen verbunden.

Literatur: Rojas-Rueda D et al. BMJ 2011;343:d4521

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Tags: Radfahrer, Barcelona, Jahr

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