Rückzug nach innen
Mentaltraining umfasst Geistesübungen wie Meditation, Autosuggestion, was die zweite Stufe des autogenen Trainings ist, und Imagination. Alle sind sie Wege zur inneren Mitte. Sie vermitteln Techniken, sich in jeder Situation zentrieren zu können. Gemeinsam ist ihnen, dass sie nur durch sehr langes, ausdauerndes Üben wirksam werden. Meditieren heißt also, Disziplin exerzieren. Durch weitgehende Abschirmung von äußeren Reizen, zum Beispiel durch Dämmerung und Ruhe, und durch Konzentration auf einen Gegenstand oder ein Motiv, werden die Zensurbehörde des Wachbewusstseins und der dauernde Gedankenfluss gestoppt.
Dies ermöglicht ein Vordringen in tiefe Bewusstseinsschichten, mit Wahrnehmungen und Zuständen, die sonst übersehen oder gar nicht wahrgenommen werden. Forschungen haben ergeben, dass Meditation die Atmung vertieft, den Herzschlag verlangsamt, den Blutdruck senkt, gleichzeitig aber die Ausnützung des Sauerstoffs im Blut und die Durchblutung der Organe erhöht. Meditation hat denselben Erholungseffekt wie Tiefschlaf. Der Meditationsgegenstand kann frei gewählt werden. Es kann ein Satz, eine Lautfolge (Mantras), ein Klang oder eine Klangfolge, ein inneres Bild, eine Farbe oder auch eine Reise durch den Körper sein.
Atemübungen und Entspannung sind Vorstufen der Meditation. Alle östlichen Kulturen haben eine Meditationstradition. Zen in Japan, Tao in China, Yoga in Indien. Diese anspruchsvolleren Methoden zu lernen erfordert Anleitung. Aber auch einfachere, auf europäische Menschen ausgerichtete, Meditationsformen bringen viel, und lassen sich, beispielsweise unterstützt von CDs, erarbeiten. Meditation ist ein hervorragendes Mittel für all jene Frauen, die dauernd für andere da sein müssen, und im Alltag wenig Gelegenheit haben abzuschalten, und sich für kurze Zeit distanzieren wollen.
Viele von ihnen leiden auch unter Nervosität, Schlafstörungen, Depressionen oder entwickeln psychosomatische Störungen. Verwunderlich ist das nicht, wenn man sich überlegt welchem Druck die moderne Frau neben Familie und Beruf ausgesetzt ist. Die Meisten sind mit Ihrem Körper nicht zufrieden, und probieren ständig irgendwelche Diätpillen weil sie immer mehr Gewicht verlieren und Abnehmen wollen. Gerade also im Bereich der Frauengesundheit ist die Meditation eine große Hilfe, denn sie ermöglicht regelmäßig, und für eine festgesetzte Zeit, einen totalen Rückzug in sich selber. Meditation ist eine gute Kraftquelle, um den Alltag zu bewältigen.
Auch die Musiktherapie hat große Erfolge im Mentaltraining erreicht. Musik sei die Sprache der Gefühle, sagt man. Musikmachen oder Musikhören weckt Gefühle, kann Stimmungen ausdrücken und hervorrufen. Dies wird therapeutisch genutzt. Außerdem stärkt Musiktherapie das Selbstbewusstsein, steigert die Genuss- und Erlebnisfähigkeit und stabilisiert das Verhältnis zur Umwelt. In der Musiktherapie werden vor allem Orff-Instrumente benutzt, die auch von musikalisch Ungeübten einfach gehandhabt werden können.
Tags: Meditation, Musiktherapie, Zeit
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