Vitamin E ? Feind der freien Radikale
Vitamin E hilft uns natürlich schön auszusehen und ist wichtiger Bestandteil der Hautpflege. Es ist ein Sammelbegriff, der eine Reihe von Substanzen zusammenfasst, die unter dem Namen Tocopherole bekannt sind. Das für uns wichtigste ist das Alpha-Tocopherol. Es kommt am häufigsten vor, und sitzt auch von der Wirksamkeit her in der ersten Reihe. Die anderen Verbindungen dieser Gruppe werden der Reihe nach, mit den nächsten griechischen Buchstaben gekennzeichnet. Sie haben aber keine so hohe Aktivität wie das Alpha-Tocopherol.
Hohe Aktivität bedeutet, dass nur eine geringe Menge nötig ist, um dieselbe Funktion zu erfüllen. Was ein geringer Anteil an Alpha-Tocopherol ausmacht, zeigt sich am Beispiel des Sojaöls. Das hat zwar einen sehr hohen Gehalt an Vitamin E, aber weniger als 10% davon sind Alpha-Tocopherol. Insgesamt verbrauchen die Inhaltsstoffe des Sojaöls sogar mehr Vitamin E, als es selbst mitbringt. In vielen Gegenden der USA führt das zu einer schlechten Vitamin E Versorgung, weil dort sehr viel Sojaöl auf dem Speiseplan steht.
Kein Wunder, dass in den USA alles mit Vitaminen aufgepeppt wird. Das Vitamin E wurde in den zwanziger Jahren entdeckt, und als Fruchtbarkeitsvitamin bezeichnet. Das kam daher, dass Ratten, die mit Vitamin E armer Kost Vorlieb nehmen mussten, bald unfruchtbar wurden. Erst als Weizenkeime zugefüttert wurden, waren die Fortpflanzungsbemühungen der Ratten wieder von Erfolg gekrönt. Man stellte fest, dass ein in den Weizenkeimen vorkommender Stoff, für diesen Effekt zuständig war, den man als Vitamin E bezeichnete.
Der Vitamin E Mangel führte bei den männlichen Ratten zu schweren Schädigungen des Hodengewebes, die weiblichen Ratten wurden unfruchtbar. Daraus leitete man zunächst ähnliche Funktionen beim Menschen ab. Jedoch konnte man bis heute keinerlei derartige Mangelerscheinungen des Vitamin E feststellen. Auch kann nicht eindeutig bewiesen werden, welche Funktionen das Vitamin E im Einzelnen hat. In den Pflanzen wirkt das Vitamin E als Antioxidans oder Radikalenfänger.
Es schützt die Zellen vor den schädlichen Wirkungen von aggressiven Substanzen, den freien Radikalen. Die Wirkung des Vitamin E im menschlichen Körper dürfte dieselbe sein. Die freien Radikale entstehen hauptsächlich durch überschüssigen Sauerstoff in der Zelle unter Lichteinwirkung, aber auch durch diverse schädliche Umwelteinflüsse. Sie reagieren mit allem, was ihnen vor die Flinte kommt, und zerstören es. Besonders gern nehmen sie sich so genannte ungesättigte Fettsäuren vor, die als Bausteine in den Zellwänden eingebaut sind. Die vermodern regelrecht, wenn das Vitamin E sie nicht schützt. Das Vitamin E bietet sich dem freien Radikal als Opfer an und lenkt es von den Zellwandbausteinen ab.
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