Vitamin K-gut fürs Blut
Das Vitamin K gehört zu den fettlöslichen Vitaminen, und ist wahrscheinlich das am wenigsten beachtete Vitamin überhaupt. Das liegt wohl daran, dass kaum Fälle von Mangeleernährung vorgekommen sind. Außerdem gehört das Vitamin K nicht zu jenen Vitaminen, die neuerdings in Mode gekommen sind. Es trägt nicht zur Hautpflege bei, unterstützt keine Faltenbehandlung, es hilft nicht beim abnehmen, und man kann durch die Zufuhr von Vitamin K auch nicht schneller Gewicht verlieren. Das Vitamin K erfüllt zwar nur wenige und relativ unspektakuläre, dafür aber lebenswichtige Aufgaben.
Seine Existenz hatte man zunächst nach Fütterungsversuchen an Tieren vermutet. Küken, die mit fettfreiem Hühnerfutter gefüttert wurden, bekamen plötzlich spontane Blutungen, die nicht zu stillen waren. Man konnte den armen Küken allerdings durch die Zufütterung mit Luzerne helfen. Man schloss daraus, dass in der Luzerne ein Vitamin enthalten sein musste, das für die Blutgerinnung notwendig wäre. Unter der Bezeichnung Vitamin K werden verschiedene Substanzen zusammengefasst.
Davon sind aber nur zwei wirklich wichtig für uns. Die Vitamine K1 und K2. Das erste ist Bestandteil vieler pflanzlicher Lebensmittel, während das zweite in tierischen Lebensmitteln vorkommt. Die eigentlichen Produzenten des Vitamin K2 sind aber Bakterien, die in den Mägen und Därmen der Tiere vorkommen. Auch im menschlichen Darm haben einige von ihnen ihren Wohnsitz und ihre Arbeitsstätte. Sie decken einen Teil unseres Vitamin K Bedarfs durch ihre Produktion ab. Die Hauptwirkung des Vitamin K besteht darin, Proteine zu produzieren, die an der Blutgerinnung beteiligt sind.
Einerseits gibt es diejenigen, die die Blutgerinnung fördern. Ohne sie würden wir an der kleinsten Wunde verbluten. Andererseits gibt es auch Proteine, die die Blutgerinnung hemmen, damit es nicht bei der kleinsten Gelegenheit zu Verstopfungen in den Äderchen kommt, die sehr gefährlich sein können. Um diese beiden Mechanismen im Gleichgewicht zu halten, brauchen wir Vitamin K. Eine andere Rolle spielt das Vitamin K für die Gesundheit unserer Knochen. Es ist für die Herstellung von Proteinen zuständig, die in den Knochen den Auf- und Abbau regeln.
Man vermutet, dass ein Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Vitamin K aus der Nahrung und der Osteoporose besteht. Osteoporose ist eine Entkalkung der Knochen, an der vor allem ältere Frauen zu leiden haben. Die Knochen werden spröde und brechen bei der geringsten Belastung. Ein Vitamin K-Mangel kommt sehr selten vor. Erste Anzeichen dafür sind Gerinnungsstörungen bei Wunden. Die Wunden bluten lange, und der Blutverlust ist relativ hoch. Da man diesen Mangel schnell bemerkt, kann er schnell behoben werden.
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