Wie genau wirken Potenzmittel?

Liegt bei einem Mann eine erektile Dysfunktion vor, ist es meist notwendig, Medikamente einzunehmen, die zu einer Gliedsteife führen. Das Potenzmittel Viagra steht hier als eines der wirksamsten Arzneimittel zur Verfügung. Seit seiner Einführung hat Viagra zu einer Revolution in der Behandlung von Impotenz und verschiedener Erektionsprobleme geführt. Es ist das erste, in Studien nachgewiesene, Potenz fördernde Mittel, das als Tablette eingenommen werden kann. Seine wichtigste Eigenschaft besteht darin, dass es die Durchblutung fördert.

Diese Eigenschaft übt der blaue Rhombus im ganzen Körper aus, besonders aber in den Blutgefäßen des Penis, und fördert dadurch das Entstehen einer Erektion. Ein in den Medien immer wieder kolportiertes Missverständnis sollte aber geklärt werden: Viagra verhilft weder zu mehr Lust, noch steigert es den sexuellen Appetit. Es macht aus Männern keine Triebmonster und auch aus dem Penis kein Wunderschwert. Es ist ein Medikament, das bei Erektionsschwäche hilft, das Glied für eine gewisse Zeit ausreichend steif zu machen, um einen Geschlechtsverkehr zu ermöglichen. Viagra ist auch keine Lösung für sexuelle oder partnerschaftliche Probleme, die einer Sexualstörung zu Grunde liegen.

Ganz im Gegenteil: Viagra kann nur dann wirken, wenn im Kopf bereits sexuelles Verlangen vorliegt, und hilft lediglich bei der Umsetzung des Wunsches nach Vereinigung. Fehlt die Libido, dann ist auch das Schlucken von Viagra vergebliche Liebesmüh. Die Geschichte von Viagra war anfänglich für das Pharmaunternehmen Pfizer ein Schlag ins Gesicht. Wissenschaftler hatten versucht, ein Medikament gegen Durchblutungsstörungen des Herzens zu entwickeln. Den ersten Versuchspersonen war dabei weniger warm ums Herz geworden als in der Leistengegend. Als man sich näher mit dieser ?Nebenwirkung? beschäftigte, schlug die Stunde von Viagra. Seine versteifende Wirkung auf den Penis verdankt es einem kleinen Molekül, dem Stickstoffmonoxid, das für eine Weitstellung von kleinen Muskeln im Penis sorgt und dadurch zu einer besseren Blutfüllung der Schwellkörper führt.

Mehr Blutzufluss bei gleichzeitig geschlossenen Abflussventilen bedeutet folglich eine stärkere und länger anhaltende Erektion. Wissenschaftlicher ausgedrückt ist Viagra ein Enzymhemmer, der das Molekül 5-Phosphodiesterase, welches reichlich im Penis vorkommt, hemmt. Dieses Enzym hat die Aufgabe eine andere chemische Substanz (zyklisches Guanosinmonophosphat - cGMP) zu zerstören, das ebenfalls im Penis vorhanden ist und für den Aufbau einer Erektion verantwortlich ist. Durch seinen hemmenden Einfluss auf das zerstörerische Molekül beschützt Viagra cGMP und ermöglicht ihm dadurch länger im Penis zu verbleiben und seine Erektion fördernde Wirkung auszuüben. Stickstoffmonoxid hat dabei die Rolle eines Vermittlers zwischen sexueller Erektion und den chemischen Abläufen im Penis.

Tags: Viagra, Penis, Erektion

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