Wie sicher muss ein Waffenschrank sein

Spätestens nach dem Amoklauf von Winnenden hat so mancher Hobby-Jäger oder Sportschütze, der seine Schusswaffen zuhause aufbewahrt, sich tiefgehende Gedanken über die Sicherheit seiner Aufbewahrungsbehältnisse gemacht. Die Bundesregierung hat sofort nach diesem schrecklichen Vorfall mit einigen gesetzlichen Neuerungen. Am 11. März 2009 stürmte Tim K., ein 17-jähriger Schüler seine ehemalige Schule, die Albertville ? Realschule in Winnenden und erschoss 15 Menschen, darunter eine Lehrerin und 15 Schüler- und Schülerinnen. Einige von ihnen starben noch am Tatort, für zwei Schülerinnen kam auf dem Weg ins benachbarte Krankenhaus jede Hilfe zu spät.
Dieser und andere Vorfälle dieser Art, wie zum Beispiel der Amoklauf in Erfurt, der sich im April 2002 am Gutenberg Gymnasium ? Erfurt ereignete und 17 Menschen das Leben kostete, hat nicht nur unter den Angehörigen der Opfer große Diskussionen ausgelöst. Was treibt junge Menschen zu solchen schrecklichen Taten, die oftmals auch mit dem Tod des Täters enden? Viele Menschen sehen in den seit einigen Jahren gerade bei Jugendlichen beliebten ?Killerspiele? eine große Gefahr. Diese Computerspiele sind im Internet sehr weit verbreitet und haben viele Fans, die sich oft stundenlang damit beschäftigen, auf menschenähnliche Spielfiguren zu schießen. Besonders beliebt sind die Ego-Shooter ? Spiele Counterstrike oder Grand Theft Auto. Es gab diesbezüglich schon einige Forderungen von Politikern, die das Verbot dieser Computerspiele befürworteten. Der Amoklauf von Erfurt war der erste dieser Art, der sich an einer bundesdeutschen Schule ereignete, doch er sollte nicht der letzte sein.
Tim K., der Attentäter von Winnenden hatte sich eine Waffe seines Vaters, einem erfahrenen Sportschützen, besorgt, um seinen Plan in die Tat umzusetzen. Der Sportschütze besaß einen gültigen Waffenschein für seine Waffen, bewahrte sie jedoch nicht wie gesetzlich vorgeschrieben in einem gesicherten Waffenschrank auf, sondern frei zugänglich im Schlafzimmer des Wohnbereichs. Waffenschränke werden nach europäischen Normen und Regelungen auf ihre sichere Bauweise und Material geprüft und unterliegen mehreren gesetzlich geregelten Anforderungen. Die jeweilige Sicherheitsstufe, die ein Waffenschrank aufweisen muss, ist je nach Art und Menge der darin aufzubewahrenden Waffen unterschiedlich geregelt. Der Vater von Tim K. hatte sich nachweislich nicht an die gesetzlichen Bestimmungen gehalten und wurde daraufhin zu einer Freiheitsstrafe verurteilt, die jedoch zur Bewährung ausgesetzt wurde. Auch nach diesem Vorfall wurde das Waffengesetz weiter verschärft, doch dies ist offensichtlich nicht die Hauptursache, die solche Vorfälle zur Realität werden lässt. Dieser liegt ebenfalls auch in unserem Verständnis sowie im Umgang mit den Jugendlichen, denn hätte man sich tiefgründiger mit den Problemen und Ängsten dieser noch jungen Täter beschäftigt, hätten diese Vorfälle vielleicht verhindert werden können.

Tags: Menschen, Erfurt, Vorfälle

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